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Tetzel, der Ablasshandel und eine Glocke

Tipp für Interessierte:

Broschüre "Aus der Geschichte des Schlosses Flechtingen", Herausgegeben vom Heimatverein Flechtingen 2006, Erhältlich im Shop der Wassermühle.

Preis: 6,- EUR

MDCCXXVII - das Jahr der Erbauung. Erbaut wurde die Flechtinger Kirche also 1727 - und so zeigt sie sich heute noch. An der Stelle einer älteren Kirche ließ die Familie von Schenck die Patronatskirche bauen, welche auch für die Erhaltung des Gebäudes und die Anstellung des Pfarrers zuständig war.Allerdings hatten sie natürlich dadurch auch das Recht, die Kirche als Begräbnisstätte zu nutzen, weshalb sich unter dem Altar und dem Turm zwei Grüfte und im Kirchenraum selbst etliche Grabsteine und Epitaphe finden.

Hierzu im einzelnen:

• Im Pfarrstuhl, in der Ecke rechts vom Altar: Felicitas Henni Schencken (gest. 1564)

• Hinter der Kanzel: Kersten von Schenck (1523-1571) und seine Frau Katharina von Bülow (1531-1575)

• Hinter dem Altar links für Werner von Schenck (1560-1597) und rechts davon dessen erste Frau Margarethe von Bartensleben (Gestorben 1587 im Kindsbett ihres ersten Kindes)




Eigentlich ist die Kirche jedoch älter: Der Wappenfries an der Patronatsempore und auch der Taufstein zeigen das Jahr 1592. Auch die Kanzel gehört zu der älteren Kirche, sie wird von Moses getragen und darüber befinden sich die vier schreibenden Evangelisten. Seit Jahrhunderten eine Umschrift:

"Predige das Wort, halte an, es sei zur Zeit oder Unzeit, strafe, drohe, ermahne mit Geduld und Lehre."